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Wie läuft eine homöopathische Erstanamnese bei Kindern ab?

  • boural
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Der erste Termin mit einem Kind ist für viele Eltern mit Fragen verbunden: Was möchte der Homöopath alles wissen? Muss mein Kind lange stillsitzen? Wird nur mit den Eltern gesprochen – oder darf das Kind selbst erzählen?

Eine homöopathische Erstanamnese bei Kindern ist mehr als das Erfassen einzelner Beschwerden. Wir möchten das Kind als ganzen Menschen kennenlernen – mit seiner Persönlichkeit, seinen Gewohnheiten, seinen Stärken und seinen individuellen Reaktionen.

Dabei ist uns besonders wichtig, dass sich das Kind wohlfühlt und möglichst ungezwungen sein darf.


Ein eigener Anamneseraum für Kinder

In unserer Praxis steht für Kinder ein separater Kinder-Anamneseraum zur Verfügung. Hier dürfen sie spielen, entdecken und sich beschäftigen, während wir mit den Eltern sprechen.

Gleichzeitig können wir das Kind in einer natürlichen Situation erleben und beobachten: Wie spielt es? Ist es neugierig und kontaktfreudig oder zunächst eher zurückhaltend? Womit beschäftigt es sich besonders gerne? Wie reagiert es auf neue Situationen und wie nimmt es Kontakt zu anderen Menschen auf?

Je nach Alter beziehen wir das Kind auch direkt in das Gespräch ein und stellen ihm Fragen. Gerade ältere Kinder und Jugendliche können häufig sehr gut beschreiben, wie sie ihre Beschwerden und ihre persönliche Situation selbst erleben.

Dabei geht es nicht darum, ein Kind zu testen oder zu beurteilen. Wir möchten ihm vielmehr Raum geben, sich auf seine eigene Art zu zeigen.


Das ausführliche Gespräch mit den Eltern

Ein wichtiger Teil der Erstanamnese ist das Gespräch mit den Eltern. Neben den aktuellen Beschwerden interessieren uns beispielsweise:

  • Wann haben die Beschwerden begonnen?

  • Was verbessert oder verschlechtert sie?

  • Wie verliefen Schwangerschaft, Geburt und frühe Entwicklung?

  • Welche Erkrankungen hatte das Kind bisher?

  • Wie sind Schlaf, Appetit und Verdauung?

  • Gibt es besondere Ängste oder Sorgen?

  • Wie verhält sich das Kind zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule?

  • Wie geht es mit Veränderungen, Konflikten oder neuen Situationen um?

  • Welche besonderen Vorlieben, Interessen und Stärken hat das Kind?

Nicht jede dieser Fragen ist für jedes Kind gleich wichtig. Die Anamnese richtet sich immer nach dem Alter, den Beschwerden und der individuellen Situation.


Warum ist die Beobachtung des Kindes wertvoll?

Eltern kennen ihr Kind am besten und ihre Beobachtungen sind für uns von grosser Bedeutung. Gleichzeitig kann es hilfreich sein, ein Kind selbst im freien Spiel und im direkten Kontakt zu erleben.

Die Eindrücke aus dem Kinder-Anamneseraum ergänzen deshalb das ausführliche Gespräch mit den Eltern. Gemeinsam entsteht ein umfassenderes Bild des Kindes, das wir in die homöopathische Konstitutionsbehandlung einbeziehen können.


Die individuelle homöopathische Behandlung

Nach der Erstanamnese werden die verschiedenen Informationen sorgfältig zusammengeführt und ausgewertet. In der klassischen Homöopathie wird nicht allein aufgrund einer Diagnose oder eines einzelnen Symptoms ein Mittel ausgewählt.

Oft müssen diese Informationen zuerst sorgfältig überarbeitet und „repertorisiert“ werden, bevor das Kind sein individuell gewähltes homöopathisches Mittel erhält. Dabei werden die erhobenen Symptome systematisch geordnet und mit dem homöopathischen Arzneimittelbild abgeglichen.

Die Gesamtheit der Beschwerden und individuellen Merkmale des Kindes bildet die Grundlage für die Auswahl des passenden homöopathischen Arzneimittels.

Bei Bedarf können zusätzlich auch Erkenntnisse aus der allgemeinen Naturheilkunde, vorhandene Laborwerte oder weitere medizinische Abklärungen in unsere Beurteilung einfliessen.


Wie geht es nach dem ersten Termin weiter?

Nach der Mittelgabe beobachten wir gemeinsam mit den Eltern, wie sich die Beschwerden und das allgemeine Befinden des Kindes entwickeln. Bei einem Folgetermin besprechen wir die Veränderungen und passen die weitere Begleitung individuell an.

Unser Ziel ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei der sich sowohl das Kind als auch seine Eltern ernst genommen und gut aufgehoben fühlen.


Haben Sie Fragen?

Möchten Sie wissen, ob eine homöopathische Begleitung für Ihr Kind infrage kommt? Gerne nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und ein persönliches Gespräch in unserer Praxisgemeinschaft für Naturmedizin in Bern.

Wichtig

Bei akuten, schweren oder unklaren Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Die Homöopathie ersetzt keine notwendige schulmedizinische Diagnostik oder Behandlung und kann – je nach Situation – ergänzend eingesetzt werden.

 
 
 

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