Bauchschmerzen bei Kindern – wenn der Bauch immer wieder Probleme macht
Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter. Manchmal steckt etwas ganz Einfaches dahinter – eine ungewohnte Mahlzeit, eine Verstopfung oder ein vorübergehender Infekt. Schwieriger wird es, wenn ein Kind immer wieder über Bauchschmerzen klagt und keine eindeutige Ursache erkennbar ist.
Gerade dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn Bauchschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und nicht immer liegt das Problem allein im Verdauungstrakt.
Zuerst genau zuhören und beobachten
Bei wiederkehrenden Bauchschmerzen interessiert mich nicht nur, wo es weh tut, sondern auch, wann die Beschwerden auftreten und was sie beeinflusst.
Treten die Schmerzen vor oder nach dem Essen auf? Gibt es Blähungen, Durchfall oder Verstopfung? Wie ist der Appetit? Gibt es bestimmte Nahrungsmittel, nach denen die Beschwerden häufiger auftreten? Wacht das Kind nachts wegen der Schmerzen auf?
Auch die Entwicklung des Kindes, vorausgegangene Infekte, Medikamente und die allgemeine körperliche Verfassung können wichtige Hinweise geben.
Auch die Lebenssituation gehört dazu
Der Bauch kann bei Kindern auch auf Anspannung und emotionale Belastungen reagieren. Schule, Konflikte, Ängste, Veränderungen innerhalb der Familie oder Leistungsdruck können sich körperlich bemerkbar machen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Bauchschmerzen vorschnell als „psychisch“ eingeordnet werden sollten. Für mich gehört beides zusammen: körperliche Ursachen ernst nehmen und gleichzeitig das Kind in seiner gesamten Situation betrachten.

Diagnostik – wenn genaueres Hinschauen sinnvoll ist
Bei wiederkehrenden oder länger bestehenden Bauchbeschwerden ist es wichtig, mögliche Ursachen sorgfältig einzugrenzen. Dazu gehören neben einer ausführlichen Anamnese auch körperliche Untersuchungen, die wir in unserer Praxis durchführen können.
Je nach Beschwerden und Fragestellung können zusätzlich Blut- oder Stuhluntersuchungen sinnvoll sein. Eine Stuhlanalyse kann beispielsweise Hinweise auf krankheitserregende Bakterien oder andere Erreger, Entzündungsprozesse sowie Veränderungen in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms geben.
Blutuntersuchungen können unter anderem Hinweise auf Entzündungen, Blutarmut oder bestimmte Nährstoffmängel liefern.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, entscheiden wir individuell anhand der Beschwerden, der Vorgeschichte und der erhobenen Befunde.
Ebenso wichtig ist für uns zu erkennen, wann weitere medizinische Abklärungen notwendig sind. Ergeben sich bei der Anamnese, Untersuchung oder Labordiagnostik entsprechende Hinweise, empfehlen wir eine weiterführende Abklärung und verweisen an die Kinderärztin, den Kinderarzt oder die entsprechende Fachärztin beziehungsweise den Facharzt.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Nicht jeder Bauchschmerz ist ein Grund zur Sorge. Bestimmte Symptome sollten jedoch kinderärztlich oder fachärztlich abgeklärt werden.
Dazu gehören beispielsweise anhaltende oder starke Schmerzen, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, länger bestehender Durchfall, wiederkehrendes Fieber, nächtliche Beschwerden oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Das Kind als Ganzes betrachten
In meiner naturheilkundlichen Arbeit versuche ich, die verschiedenen Hinweise zusammenzuführen. Verdauung, Ernährung, körperliche Befunde und Laborergebnisse können dabei ebenso eine Rolle spielen wie vorausgegangene Erkrankungen, die individuelle Konstitution und die momentane Lebenssituation des Kindes.
Je nach Situation können Homöopathie, Phytotherapie, Ernährung und orthomolekulare Ansätze Bestandteil der Begleitung sein.
Dabei ist mir wichtig, naturheilkundliche Behandlung und notwendige medizinische Abklärungen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sinnvoll miteinander zu verbinden.
Nicht jeder Bauchschmerz braucht eine umfangreiche Diagnostik. Aber ein Kind, das immer wieder Bauchschmerzen hat, verdient es, dass man genau hinschaut und seine Beschwerden ernst nimmt.
Naturheilkundliche Begleitung für Kinder in Bern
In der Praxisgemeinschaft für Naturmedizin in Bern begleiten wir Kinder und Jugendliche mit akuten und wiederkehrenden Beschwerden individuell und unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation.
Bei Fragen oder für eine Terminvereinbarung können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.
Karim Boural
Naturheilpraktiker mit eidg. Diplom Fachrichtung Homöopathie




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